NDR Fernsehen Montag, 08. Juni 2009 22:32 Uhr
Kulturjournal: Neues aus der Kulturszene und vom Büchermarkt
Das Kulturjournal berichtet jede Woche über Neues aus der norddeutschen und internationalen Kulturszene und vom Büchermarkt.
Die Themen im Überblick:
- James Bond und Hypochonder – Die erstaunliche Autobiografie von Roger Moore
- St. Pauli adé – Wie Bauwut ein legendäres Viertel zerstört
- Ein neues Museum für Parchim – Aktionskünstler HA Schult entdeckt seine Heimat
- Magische Bilder – Mit der Camera Obscura auf der Insel Vilm
- Von der Straße ins Museum – Urban Art in Bremen
James Bond und Hypochonder – Die erstaunliche Autobiografie von Roger Moore
Als furchtloser Geheimagent James Bond hat Roger Moore die gefährlichsten Abenteuer erlebt, aber im wahren Leben ist der englische Schauspieler eher ein Weichei. Das behauptet er zumindest in seiner Autobiografie: „Mein Name ist Bond“. Mit viel Selbstironie berichtet er von Höhenängsten und Krankheiten - beichtet sogar, dass er ein Hypochonder ist. Außerdem verrät er amüsante Erlebnisse aus seiner Filmkarriere. Im KulturJournal spricht Roger Moore über sein bewegtes Leben.
St. Pauli adé – Wie Bauwut ein legendäres Viertel zerstört
St. Pauli – ein Mythos. Das Rotlichtviertel in Hamburg ist eines der größten in ganz Europa - und das legendärste: Sex, Amüsement, große Freiheit. Der Stadtteil lebt von der bunten Mischung - der Feiernden und der Bewohner. Lange Zeit war Hamburgs berühmtester Stadtteil auch der Ärmste. Mittlerweile leben und arbeiten hier immer mehr Gut- und Besserverdienende, die sozialen Gegensätze verschärfen sich. Nobelrestaurants vertreiben Kiezkneipen, Bürogebäude verdrängen alternative Kunstzentren. Der Dokumentarfilm „Empire St. Pauli – von Perlenketten und Platzverweisen“ zeigt auf eindrückliche Weise den Wandel des Viertels.
Ein neues Museum für Parchim – Aktionskünstler HA Schult entdeckt seine Heimat
Lange hat HA Schult seine Heimatstadt Parchim gemieden – nun will er hier ein großes Museum bauen. Seine „Trash-People“, 1.000 menschengroße Skulpturen aus Müll, sollen nach Mecklenburg-Vorpommern kommen, ebenso ein großer Teil seiner Sammlung. Die Finanzierung ist noch nicht geklärt, aber HA Schult ist schon jetzt klar: Seine Heimatstadt soll ein Mekka für Kunstfreunde werden. Im KulturJournal macht HA Schult einen Rundgang durch Parchim.
Magische Bilder – Mit der Camera Obscura auf der Insel Vilm
Volkmar Herre macht mit seiner Lochkamera und langer Belichtungszeit poetische Bilder. Sein Motiv: uralte Bäume und Felsen im Meer, die er auf einer winzigen Insel namens Vilm neben Rügen entdeckt hat. Erst seit der Wende ist Vilm zugänglich, vorher war dort Honeckers Sommerresidenz. Volkmar Herres meditative schwarz-weiß-Bilder von Vilm sind bis zum 09. August in der Ausstellung „Licht-Blicke“ im Landesmuseum Oldenburg zu sehen.
Von der Straße ins Museum – Urban Art in Bremen
Für viele ist es einfach nur Sachbeschädigung, Vandalismus: Urban Art – Straßenkunst. Graffitis, Sticker, illegale Poster und riesige Wandgemälde erobern unsere Städte, den öffentlichen Raum – und jetzt auch das Museum. Da gehören sie auch dringend hin – meinen die Macher der Bremer Ausstellung „Urban Art“ (Weserburg, bis 30. August). Sie wollen der Kunst mit dem Imageproblem ein Forum bieten und beweisen eindrücklich, dass Urban Art mehr ist, also bloße Schmiererei. Mit subtilen und humorvollen, bisweilen auch offensiven Eingriffen in das Stadtbild gelingt es den Künstlern, eingeübte Sehgewohnheiten aufzubrechen.
Montag, 08. Juni 2009 22:32 bis 23:03 Uhr (VPS 22:30), Kultur + Kunst