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Markt | 11.01.2010 20:15 Uhr

Rauchmelder im Test

Warnen wirklich alle Rauchmelder zuverlässig, wenn es brennt oder qualmt. Markt will es wissen. Wie zuverlässig, lautstark und robust sind sie?

Video Rauchmelder im Test

Rauchmelder im Test

Wie zuverlässig, lautstark und robust sind sie?

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Wir haben eingekauft: vier Modelle aus Baumärkten (Max Bahr, Hornbach und Praktiker) von 3,00 bis 20,00 Euro. (Die Magnetplatten zur Befestigung (Magnetolink) hat die Autorin bei Hornbach gekauft.)

  • FlammEx für 20,47 € - zertifiziert vom VdS (Hornbach)
  • GEV für 7,95 € - zertifiziert vom VdS (Hornbach)
  • Elro RM 120c für 4,99 € - zertifiziert vom VdS (Max Bahr)
  • KD 107 für 3,39 € - ohne Gütesiegel (Praktiker)

Unsere Kriterien:

  • erster Eindruck: Machen die Melder einen technisch soliden Eindruck? Sind sie ausreichend vor dem Eindringen von Insekten und Staub geschützt?

  • Lautstärke: Ist das Alarmsignal der Melder laut genug, um auch aus dem Tiefschlaf zu wecken?

  • Brandalarm: Erkennen die Melder unterschiedliche Brände, auch solche, bei denen es nur wenig raucht?

  • Fehlalarm: Lassen die Melder sich leicht durch Wasserdampf oder Staubluft in die Irre führen?

Der erste Eindruck

Wir zeigen die Rauchmelder Michael Gertzen. Er ist vom Tüv geschult und im NDR zuständig für die Planung aller Brandmeldeanlagen im NDR. Für Markt öffnet er die Rauchmelder, überprüft die Batteriekontakte und vergleicht die Rauchkammersysteme. Erst durch eine bestimmte Menge an Rauchpartikeln in der sogenannten Rauchkammer wird schließlich der Alarm ausgelöst.  

Michael Gertzen fällt auf, dass alle vier Rauchmelder im Prinzip nach dem selben System arbeiten. Aber es gibt Unterschiede in der Verarbeitung: Bei den billigen Meldern sind die Teile nur zusammengesteckt. Bei Öffnen fällt alles auseinander. Die Platinen sind nicht beschriftet, die Kabel nicht fixiert. Das hat in unserem Test dazu geführt, dass der Batteriekontakt beim KD 107 in den Rauchmelder gerutscht war. Das Einsetzen der Batterie wird so zur Geschicklichkeitsübung. 

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Rauchkammer muss vor dem Eindringen von Insekten oder Staub geschützt sein muss. Die billigen Melder arbeiten mit Plastiklammellen, nur der teure FlammEx schützt seine Rauchkammer mit einem feinen Metallsieb.

Die Lautstärke

Laut Gesetz der Alarm in drei Meter Entfernung noch mit 85 Dezibel piepen. Wir messen nach. Die Mindestlautstärke erreichen alle Melder. Der GEV piept sogar in 97 Dezibel. Gehörlose oder Menschen mit geschädigtem Hörvermögen können allerdings selbst diesen Ton nicht wahrnehmen. Für sie gibt es spezielle Rauchmelder, die helle Lichtblitze ausstrahlen. Ein kleines in das Bettzeug gelegtes Zusatzteil bietet mit seinem Vibrationsalarm zusätzlichen Schutz.

Der Brandalarm

Gemeinsam mit der Feuerwehr Hamburg legen wir vier verschiedene Brände.  Wir verbrennen Holz, Kunststoffe, Baumwolle und Benzin. Je nach Brandherd ist die Rauchentwicklung eine andere.

Leicht zu erkennen für alle vier Melder sind der Holz- und der Kunststoffbrand. Hier entsteht viel Rauch, den alle vier Melder fast zeitgleich erkennen.

Erste Unterschiede zeigen sich beim Flüssigkeitsbrand. Hier entstehen schnell sehr giftige Gase, aber die sind fast partikelfrei. Es ist also für Rauchmelder besonders schwer Flüssigkeitsbrände schnell zu erkennen. Der FlammEx, der GEV und der Elro schaffen das problemlos. Der KD 107 bleibt stumm.

Der Baumwollbrand sorgt für eine Überraschung. Denn Baumwolle verbrennt wie ein klassischer Schwelbrand. Das Feuer frisst sich mit kleinen Flammen durch den Stoff, dabei entsteht viel Qualm. Eigentlich sollte das eine leichte Übung für unsere Melder sein. Doch nur zwei Melder, der FlammEx und der GEV schlagen an. Erst als wir noch ein bisschen Stoff nachlegen, schlagen alle vier Melder Alarm.

Der Punkt für den Brandalarm geht also an den FlammEx und den GEV. Diese beiden Melder sind bei allen Bränden die ersten, die Alarm schlagen, und die einzigen, die alle vier Brände erkennen. 

Der Fehlalarm

Häufige  Fehlalarme können dazu führen, dass die Bewohner den Melder entnervt deaktivieren. Deswegen versuchen wir die Melder mit Wasserdampf und staubiger Zugluft in die Irre führen. Aber keiner lässt sich täuschen.

Unser Fazit: Alle vier Melder funktionieren. Sie erkennen die von uns gelegten Brände und warnen in der gesetzlich vorgeschriebenen Lautstärke. Aber die Unterschiede in der Verarbeitung machen sich dann bemerkbar, wenn es darum geht, wie schnell die Melder Brände erkennen. Hier punkten eindeutig die teuersten Geräte: der FlammEx und der GEV.

Autorin/Autor: Verena von Ondarza
Eine Frau schraubt einen Rauchmelder an die Decke. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Fotograf: Franz-Peter Tschauner
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Internet-Links

Informationen zu Funktionsweise und Anwendung von Rauchmeldern sowie Zertifizierungshinweise, Forum Brandrauchprävention

Die Gesellschaft nennt auf ihrer Website alle anerkannten Geräte.

16.10.2009 11:22

Der Verband vfdb listet die Regelungen der Bundesländer zu Rauchmeldern auf.