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Kommerziell und privat genutzte Funk-Überwachungskameras weisen massive Sicherheitslücken auf. Das ergaben Recherchen von Niedersachsen 19.30 und der ARD-Tagesthemen. Die bundesweit tausendfach eingesetzten Kameras könnten ohne größeren technischen Aufwand unbemerkt von Dritten angezapft werden. Alleine in Hannover sind nach Schätzungen von Fachleuten Hunderte solcher Kameras in Einzelhandel, Gewerbe und bei Privatleuten im täglichen Einsatz. Dabei handelt es sich um sogenannte analoge Funkkameras, die ihre Daten kabellos auf einen Bildschirm übertragen. Die so übermittelten Daten können mithilfe eines Funkempfängers von Unbefugten unbemerkt aufgezeichnet und verbreitet werden. Solche Empfänger werden bereits für weniger als 100 Euro angeboten und können von jedermann gekauft werden.
Analoge Funkkameras werden massenweise an Tankstellen, in Supermärkten oder Apotheken zur Überwachung des Kassenbereiches eingesetzt. Wie NDR Niedersachsen 19.30 und die ARD-Tagesthemen berichteten, war es in einem Fall ohne Weiteres möglich, mit der Kamera den Blick auf die Kasse einer Tankstelle unbemerkt mitzuschneiden. Dies ließe nicht nur Rückschlüsse auf die Höhe der Einnahmen zu, sondern gewähre auch Einblicke in den Arbeitsalltag, etwa zu welchen Zeiten die Kasse von wem geleert wurde. Die übermittelten Daten umfassen dem Bericht zufolge nicht nur Bilder, sondern auch Ton. So konnten auf diesem Wege testweise nicht nur die Gesichter erkannt, sondern auch die Beratungsgespräche zwischen Apotheker und Kunde mitverfolgt werden.
Grund für das Datenleck ist dem Magazin zufolge die von den Kameras genutzte Funkfrequenz, die frei zugänglich ist und nicht verschlüsselt werden kann. Auf die Gefahr der unbemerkten Beobachtung durch Dritte wird in den Betriebsanleitungen der Kameras nur unzureichend oder gar nicht hingewiesen.
Niedersachsens Datenschutzbeauftragter Hans-Joachim Wahlbrink sprach nicht nur von einem Skandal, sondern warnte die Nutzer solcher Kameras außerdem vor möglichen Schadenersatzansprüchen. Vor allem kommerzielle Nutzer dieser Überwachungsgeräte könnten von ihren Kunden in Regress genommen werden, wenn die aufgezeichneten Gespräche und Bilder in die Hände Unbefugter gelangten. Wahlbrink zeigte sich von den NDR Recherchen überrascht und schockiert. Von Herstellern der Kameras und ihren Nutzern forderte er mehr Sensibilität beim Umgang mit dem Datenschutz.
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