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Wenn das Gehör langsam nachlässt, nehmen viele Betroffene das lange Zeit nicht ernst. Hinzu kommt oft die Eitelkeit, kein Hörgerät tragen zu wollen - bis es gar nicht mehr anders geht. Doch dann können normale und sogar implantierte Hörgeräte können den Hörverlust nicht mehr wettmachen.
Ein neues Verfahren kann nun helfen: die Hybrid-Innenohrprothese. Das sogenannte Cochlea-Implantat (CI) wurde bisher nur bei gehörlosen Kindern oder nahezu vollständig ertaubten Patienten eingesetzt, da bei der Operation ein noch erhaltenes Restgehör zerstört wurde: Die CI-Elektroden streiften beim Einführen in die Gehörschnecke die noch vorhandenen Haarsinneszellen und machten sie funktionsunfähig.
Cochlea-Implantate wandeln über einen außen hinter dem Ohr getragenen Sprachprozessor Töne in elektrische Signale um, die durch die Kopfhaut auf die in die Hörschnecke des Innenohrs eingepflanzten Elektroden übertragen werden. Sie reizen direkt den Hörnerv und ermöglichen so ein, wenn auch unnatürliches, Hören: Für gehörlose Patienten ist das ein echter Gewinn, für extrem Schwerhörige überwog bisher aber der Nachteil, ihr noch verbliebenes Gehör unwiederbringlich zu verlieren.
Nun ermöglicht eine neue, schonendere Technik den hörerhaltenden Einsatz eines Cochlea-Implantats. Mit verkürzten Elektroden und veränderten Operationsverfahren lassen sich auch minimale Hörreste erhalten. Mittel- und hochtontaube Patienten erhalten statt der herkömmlichen Implantate sogenannte Hybrid-Geräte. Sie bestehen aus einem Cochlea-Implantat, das die hohen Töne direkt an den Hörnerven übermittelt, und einem Hörgerät, das die tiefen Töne für das noch vorhandene Innenohr verstärkt.
Die Patienten hören damit gleichzeitig akustisch und elektronisch. Das erleichtert das Verstehen von Sprache, die Geräuschwahrnehmung und ermöglicht sogar das Musikhören. Außerdem treten bei der neuen Technik weniger Gleichgewichtsstörungen auf als bei dem herkömmlichen Verfahren.
Nach der Operation in Vollnarkose muss der Sprachprozessor programmiert und justiert werden, um das bestmögliche Hören zu ermöglichen. Die Patienten müssen mit dem Hybrid-CI ganz neu hören lernen und das Gerät regelmäßig in einem Hörzentrum überprüfen und einstellen lassen.
Autorin des Fernsehbeitrags: Anne Welsing
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Wiederholung der Sendung
25.02.2010 01:35 Uhr
Jeden Dienstag und Mittwoch um 9.20 Uhr auf NDR Info.
Blutegel oder Maden können die Heilung bei Entzündungen oder offenen Wunden oft besser unterstützen als starke Medikamente. Außerdem: Leber in Gefahr: Fett schlimmer als Alkohol.
Interviewpartner im Studio:
Prof. Dr. Thomas Lenarz
Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Weitere Informationen:
Deutscher Schwerhörigenbund e.V. (DSB) -
Bundesverband der Schwerhörigen und Ertaubten
Breite Straße 23, 13187 Berlin
Tel. (030) 47 54 11 14, Fax (030) 47 54 11 16
Arne Ernst, Rolf-Dieter Battmer, Ingo Todt
Cochlear Implant heute.
68 S.; Springer (2009)
Preis: € 29,95
Maryanne Becker:
Klänge aus dem Schneckenhaus: Cochlea-Implantat-Träger erzählen.
160 S.; BOD (2007)
Preis: € 12,80
Vergleich gängiger Hörgeräte. (Ratgeber Technik vom 25.10.08)
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